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Samstag, 19. Mai 2012
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Mittwoch, den 9. Juli 2008
ekbanner Bericht und Foto: Hans-Peter Gabler
"Schleppflugzeug leiser als mancher Rasenmäher"
Fluggruppe Neuburg sucht neues Domizil in Egweil / Lärmbelästigung auf ein Minimum reduzieren

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Die Segelflieger werden zwar durch Motorflugzeuge hochgezogen, doch
starten sie überwiegend in Richtung Attenfeld, also in die Egweil entgegen-
gesetzte Richtung. Damit soll Lärm für Egweil tunlichst vermieden werden.

Egweil/Neuburg (hpg) Nachdem es lange Zeit ruhig war um den Egweiler Flugplatz, bringt die jüngste Entwicklung wieder Bewegung in die Gemeinde. Der Motorfliegerclub Egweil ist eine Kooperation mit der Fluggruppe Neuburg eingegangen und hat sie bis zum Saisonende als Gast auf seinem Gelände aufgenommen.

Der Vorsitzende des Egweiler Motorfliegerclubs, Rainer von Manowski, sieht durch eine Überalterung des Vereins Nachwuchsprobleme, und die Neuburger suchten einen neuen Standort. Auf einer Sitzung des Gemeinderates stellten sich beide Vorsitzenden und der Neuburger Ausbildungsleiter, Wolfgang Hesche, den Fragen der Räte und erklärten die Beweggründe, ihr bisheriges Gelände in Neuburg zu verlassen. Hesche informierte, dass die Flugschule Neuburg grundsätzlich aus Segelfliegern bestehe. Allerdings müssten die Segelflieger durch Motorflugzeuge hochgezogen werden. Sie seien aber von den Messungen her weitaus leiser als so mancher Rasenmäher. Windenbetrieb sei leider aus sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich. Die Starts erfolgten überwiegend in Richtung Attenfeld oder drehten sofort ab, um jede Lärmbelästigung für Egweil zu vermeiden. Sie suchten ein neues Gelände, so Hesche, weil das bisherige Militärgelände kein intaktes und für eine breite Öffentlichkeit zugängliches Vereinsleben gestatte. Damit sei eine Mitgliederwerbung und eine zukunftsorientierte Jugendarbeit nicht möglich. Der Zugang sei für Mitglieder schon sehr schwierig und umständlich; Gäste würden von den Formalien größtenteils abgeschreckt. Zufallsbesuche seien so gut wie ausgeschlossen und nur zu bestimmten Zeiten über spezielle Eingänge möglich. Toiletten seien nicht vorhanden, Frischwasser gebe es nur am Hydranten, ein Wirtschaftsbetrieb sei nicht möglich und das Vereinsheim während des Flugbetriebs nicht zugänglich. Diese wenig attraktiven Zustände bewirkten sinkende Mitglieder- und Schülerzahlen. Die Überalterung in Egweil und die wenig zukunftsträchtigen Aussichten in Neuburg hätten beide Vereine bewogen, gemeinsam etwas für den Fliegersport zu tun. Natürlich wecke das in der Gemeinde Befürchtungen über erhöhten Fluglärm und Belästigungen durch vermehrte Starts und Landungen. Hesche wies darauf hin, dass man sich grundsätzlich mit dem Problem Lärm beschäftigen müsse. Laute Fußballplätze oder Motorradlärm an bewohnten Straßen würden oftmals eher toleriert als ein kontrollierter Fluglärm, der seine Auswirkungen im Griff habe und von technischer Seite her alles tue, um Belästigungen zu vermeiden, was durch Messungen auch belegt werden kann. Die Fluggruppe sei ein gemeinnütziger Verein und für jedermann zugänglich. Damit könnten auch die Egweiler von einer funktionierenden Jugendarbeit profitieren und ein geregeltes Vereinsleben die Gemeinde bereichern. Die Befürchtung, dass sich kurzfristig durch die Zusammenlegung die Mitgliederzahlen enorm steigern und das Flugaufkommen in ungeahnter Weise in die Höhe schnellen könnte, zerstreute Hesche mit dem Argument, dass die Zahlen in den vergangenen Jahren rückläufig waren und eine Steigerung ein Prozess sei, der gesteuert über Jahre hinweg aufgebaut werden muss. Auch der derzeitige Spritpreis trage nicht dazu bei, übermäßige Flugbewegungen durchzuführen.

Da gegen diese Kooperation rein rechtlich nichts zu sagen ist, sollten aber laut Ansicht der Gemeinderäte generelle Vorgaben und Vereinbarungen für die Zukunft erarbeitet werden.

Die Fluggruppe Neuburg wurde 1951 als "Interessengemeinschaft von Flugbegeisterten" gegründet. Sie flogen in der Folgezeit auf dem früheren Militärflugplatz in Zell. 1962 gliederten sich die Motorflieger aus und gründeten den jetzigen Verein in Egweil.