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Im Kindheitstraum zur Regio-Sprint
Daniel Schimmer aus Egweil startet mit einem restaurierten Audi 80 GTE Baujahr 1976
 
Daniel Schimmer und sein GTE: Schon als Bub träumte er vom eigenen Audi 80. Auf dem Weg zur Erfüllung waren jedoch jede Menge Geld und Arbeit nötig, bis aus der
nackten Karosse der restaurierte Traum eines Audi-Fans wurde.
Ingolstadt (DK) Bei der Regio-Sprint gehen ausnahmslos Fahrzeuge an den Start, die mindestens 25 Jahre alt sind. Unter den gängigen Oldtimermodellen finden sich sogar echte Raritäten – wie der Audi 80 GTE von Daniel Schimmer aus Egweil.
Auf die Details legt Daniel Schimmer besonderen Wert. Die Hutablage seines Audi 80 GTE zieren ein "Wackeldackel" und eine gehäkelte Toilettenpapierrolle. "Ein bisschen zeitgenössisches Inventar muss schon sein", sagt er mit einem verschmitzten Grinsen. In den siebziger Jahren, als die diskussionswürdigen Accessoires in Mode kamen, war Schimmer jedoch noch nicht einmal geboren. Sein Auto ist 35 Jahre alt, Schimmer erst 28.
Bei der Oldtimer-Rallye Regio-Sprint am 30. April wird Schimmers Audi wohl ein echter Hingucker sein. "In ganz Deutschland sind mir nur zwanzig Audi 80 GTE mit Straßenzulassung bekannt", erzählt er bei einer Spritztour rund um seinen Heimatort Egweil. Dabei war das Modell, das ab 1975 gebaut wurde, als einer der ersten Sportwagen ein begehrtes Kaufobjekt. "Damals müsste er ungefähr 16 800 Mark gekostet haben", schätzt der Autofan. Mittlerweile sind jedoch die allermeisten Fahrzeuge der Schrottpresse zum Opfer gefallen.
Seit Kindertagen hatte Schimmer von einem eigenen Audi 80 GTE geträumt. "Mein Vater musste damals seinen Audi 80 zum Schrottplatz bringen. Dass ich deshalb geweint habe, sind meine ersten Kindheitserinnerungen", sagt er. Bis sich sein Wunsch erfüllte, musste Schimmer viel Geld und Arbeit investieren. "Ich habe das Auto für 1000 Euro erstanden, aber es war in einem schlechten Zustand. In insgesamt zweieinhalb Jahren habe ich fast alles selber wieder instandgesetzt", berichtet er.
Die Gesamtkosten schätzt Schimmer auf rund 20 000 Euro. "Und bei dieser Rechnung habe ich noch keine Stunde gearbeitet", stellt er klar. Um den zahlreich vorhandenen Rost zu entfernen, wurde der Audi tauchentlackt. Schimmer entfernte die verrosteten Bleche und schweißte neue ein. Nähte abdichten, Hohlräume versiegeln, neu lackieren, Motor überholen – die Arbeiten am Auto waren vielfältig.
Vor allem die Suche nach passenden Ersatzteilen gestaltete sich schwierig. "Vieles ist heute gar nicht mehr zu bekommen", erklärt er. So musste er des öfteren auf die Hilfe seiner GTE-Clubkollegen bauen oder improvisieren. Besonders kurios: "Der Getriebepapst der Firma Audi, der damals das Getriebe entwickelt hat, hat es dreißig Jahre später bei meinem Auto überholt", schmunzelt Schimmer, der ebenfalls bei Audi beschäftigt ist.
Auf der Landstraße zwischen Nassenfels und Wellheim beschleunigt der Audi-Fan, der 110 PS-Motor brummt gleichmäßig. "Tempo 180 schafft das Auto schon, aber darum geht es mir nicht. Ich genieße einfach das Fahren", erzählt er. Auch der öffentliche Auftritt ist seine Sache nicht. "Ich muss nicht vor jedes Eiscafé fahren, damit mich auch ja jeder sieht. Das ist nicht mein Ding", so Schimmer.
Auf die Regio-Sprint und die zahlreichen Zuschauer in den Ortschaften an der Strecke allerdings freut er sich. "Ich werde mit zwei guten Freunden als Beifahrer teilnehmen. Bei so einer Veranstaltung lernt man immer interessante Leute kennen", erzählt er.
Ob er sich auch mal ein neues Fahrzeug kaufen würde? "Das schließe ich nicht aus, aber ein Audi sollte es schon sein", sagt Schimmer. "Ich komme aus der Region und bin mit dieser Marke aufgewachsen", sagt er nicht ohne Stolz. Dann aber ohne Wackeldackel und Klorolle.
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