An zwei Tagen in fast klösterlicher Abgeschiedenheit wurden die Teilnehmer über den Grundgedanken aufgeklärt. Sie wurden dabei mit Methoden und Möglichkeiten vertraut gemacht, wie das Projekt den Bürgern anschaulich dargestellt und erläutert werden kann, damit am Ende des Weges eine lebenswerte und entwicklungsfähige Zukunft der Gemeinde steht, an der jeder seinen persönlichen Beitrag geleistet hat. Wichtig war auch die Erkenntnis, dass in Zeiten von knappen Haushalten in den Gemeinden das Geld nicht alleine der bestimmende Faktor ist.
Bauliche Veränderungen sind zwar immer mit Kosten verbunden, stellen aber nur einen Teil des Projektes dar. Dorferneuerung fängt in den Köpfen der Bürger an und bringt oft den gewünschten Erfolg bereits im Umorganisieren von bestimmten Dingen oder selbst Hand anlegen mit relativ geringen Kosten, wie es in Thierhaupten hieß.
Dabei waren die Teilnehmer zum großen Teil selbst gefordert. Themen und Beiträge wurden in Arbeitsgruppen erarbeitet und nach kleinen Vorträgen engagiert diskutiert. Zum Einstieg wurden vier Schwerpunktthemen herausgearbeitet: Stärken und Schwächen der Gemeinde, Leitsätze und Leitziele, Maßnahmen sowie Überlegungen, "wie ist es momentan ist und wie es werden soll". Viele Zettel wurden beschrieben und an Stellwänden geordnet. Die Referenten der SLE, Walter Landthaler und Regina Kreye, forderten die Teilnehmer im Wechsel mit Vorträgen zu stetiger aktiver Mitarbeit auf.
Um die Thematik nicht nur von der theoretischen Seite aus zu beleuchten, war der Bürgermeister der Gemeinde Weyarn gekommen. Seine Gemeinde steht im zwölften Jahr mit der Dorferneuerung. Auch hier stand das Seminar am Anfang. Anschaulich schilderte er die Probleme, Startschwierigkeiten und Bemühungen, aber auch die erfolgreichen Umsetzungen in seiner Gemeinde. Heute ist das Konzept zum Großteil realisiert und hat der Gemeinde bereits eine Auszeichnung gebracht. Ziel müsse es aber immer sein, dass die Ideen und die mögliche Umgestaltung nicht aufgezwungen würden, sondern aus den Belangen und Bedürfnissen der Bürger entstehen und sie selbst die Erneuerung tragen, erläuterte Bürgermeister Pelzer.
Abschließend wurde ein Aktionsplan mit den Maßnahmen entwickelt. Am 22. April wird das gesamte Thema wieder in einer separaten Bürgerversammlung von den Teilnehmern des Seminars vorgestellt und, sofern Bereitschaft vorhanden ist, werden auch Sachthemen erarbeitet, die dann in Arbeitskreisen aufgearbeitet werden. Für diese erste Phase ist von der SLE ein Zeitraum von rund zwei Jahren vorgesehen. Darin sollten sich die Bürger Gedanken um das Erscheinungsbild und die Zukunft der Gemeinde machen.
Unterstützt werden sie dabei durch externe Planer, die in der nächsten Gemeinderatssitzung vorgestellt werden. Dafür wird die Sitzung ins Gasthaus Schneider in Egweil verlegt. Sie findet am 3. Mai statt. Die Kosten der Planungsphase von rund 40 000 Euro werden von der Direktion für Ländliche Entwicklung (DLE) mit 70 Prozent bezuschusst, wobei der Rest allerdings von der Gemeinde aufgebracht werden muss. Am 7. und 8. Mai besteht die Möglichkeit, das Dorf Steinbach an der Steyr in Österreich zu besuchen und sich vor Ort über eine abgeschlossene Dorferneuerung zu informieren.