Während es im Bereich der Gendarmerie Böhmfeld eher friedlich zuging, kam es im Bezirk Nassenfels, über den wir bereits berichteten, zu schweren Vergehen. Kapitalverbrechen wie Morde und Brandstiftung, Unglücke mit Kindern und Wilderei finden sich in der Chronik der ehemaligen Station Nassenfels. Über die betroffenen Familien brach schweres Leid herein. Manches liest sich wie ein Krimi.
In der Nacht auf den 10. Juni 1921 wurde die 66-jährige Taglöhnerswitwe Franziska H. in Nassenfels erdrosselt. Kleidungsstücke, Wäsche und ein paar hundert Mark wurden geraubt. Als Täter waren zwei Ausbrecher aus dem Arbeitshaus Rebdorf verdächtig, die auf dem Gut Wittenfeld bei Außenarbeiten eingesetzt waren und flohen. Erst nach einem Jahr wurden sie festgenommen; einer in Saarbrücken, der andere war zur französischen Fremdenlegion gegangen und wurde ausgeliefert. Das Landgericht Eichstätt verurteilte sie zu 15 beziehungsweise 14 Jahren Zuchthaus.
Am 23. Oktober 1922 wurde in die Güterhalle des Bahnhofs Tauberfeld eingebrochen. Die Täter erbeuteten Waren im Wert von rund 10 000 Mark.
"Zu einem dreifachen teuflischen Mord", so die Eichstätter Zeitung, kam es 1932 und 1937 in Meilenhofen und in der Nassenfelser Aumühle. Ein 23-Jähriger, der zur Tatzeit in Ingolstadt im Infanterieregiment diente, hatte durch das Fenster in die Mühle geschossen und ein 13-jähriges Mädchen sofort getötet. Der Müller starb ein paar Tage später, seine Frau wurde verletzt. Motiv für die Tat war Rachsucht. Im Zuge der Ermittlungen wurde der Mörder überführt, bereits im März 1932 in Meilenhofen eine mit ihm befreundete 17-jährige Dienstmagd, die von ihm ein Kind erwartete, erhängt und einen Selbstmord vorgetäuscht zu haben. Der Täter wurde vom Kriegsgericht Augsburg, das im Landgerichtsgebäude in Eichstätt tagte, zum Tod verurteilt und hingerichtet.
Am 30. Januar 1949 suchten Polizei und viele Buxheimer nachts nach einem vermissten dreijährigen Kind. In der Früh wurde es an der Schutter gefunden: Es lag im überfrorenen Gras, aber es lebte. Auch die fieberhafte Suche nach einem sechsjährigen Kind in Wolkertshofen am 9. April 1953 nahm ein glückliches Ende. Der Bub hatte sich in der Hundehütte hinter einem großen bellenden Hund versteckt.
Heute noch unvergessen ist eine Brandserie in den 1940er und 1950er Jahren in Buxheim. Im Spiel waren dabei sowohl Brandstiftung, technischer Defekt und Blitzschlag. Die Polizisten sprachen damals bereits von "Neubrandenburg", wenn sie Buxheim meinten. Es begann am 6. September 1949 durch Brandstiftung, wobei ein einjähriges Kind ums Leben kam. Am 23. September gab es schon wieder Feueralarm: Durch Selbstentzündung brannte eine Scheune mit den Ernteerträgen ab. Eine weitere Scheune brannte am 16. November 1949 ab. Es bestand Verdacht der fahrlässigen Brandstiftung. Den vierten Band erlebten die Buxheimer am 22. Dezember 1949, wobei Fahrlässigkeit angenommen wurde: Ein Rinderstall und der Heuvorrat wurden vernichtet. Die Serie ging am Pfingstsamstag, 12. Mai 1951, weiter: Ein Wohn- und Geschäftshaus brannten ab; das Gericht sprach ein Urteil wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Am 9. September 1951 loderten wieder Flammen: Eine Scheune und Erntevorräte wurden zerstört. Eine Anklage wegen Brandstiftung wurde fallen gelassen. Funkenflug durch eine Dampflokomotive war die Ursache für das nächste Buxheimer Feuer: Am 8. Juli 1952 wurden dabei ein Schuppen, Heu und Bretter vernichtet; ein Schwein kam in den Flammen um. Den Schlusspunkt setzte ein Schadensfeuer am 23. Dezember 1954. Der Blitz eines starken Wintergewitters hatte eine Scheune angesteckt.
Dazwischen wurde die Polizei aber auch von anderen Ereignissen in Atem gehalten. So waren gleich sieben Beamte zum Ordnungsdienst nach Buxheim gerufen, als der Schützenverein am 21. Juni 1953 eine Fahnenweihe hielt. In Egweil wurde eine Frau im Juli 1954 in einer Sandgrube verschüttet und im gleichen Ort ertrank im Juli 1957 ein siebenjähriger Bub beim Baden in der Schutter.